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Warum gibt es Förderkreise?

Privatpersonen werden nicht direkt Mitglieder der internationalen Genossenschaft Oikocredit. Sie treten stattdessen einem der beiden Schweizer Förderkreise bei, über den sie bei Oikocredit Geld anlegen. Das gilt auch für Institutionen, die bei Oikocredit investieren.

Die Förderkreise sind für die treuhänderische Verwaltung der Gelder und die Mitgliederbetreuung zuständig. Sie sind Teil der internationalen Genossenschaft Oikocredit und üben dort ihr Stimmrecht aus.
In der Schweiz gibt es zwei Förderkreise: Oikocredit deutsche Schweiz und Oikocredit Suisse Romande. InvestorInnen wählen ihren Förderkreis gemäss Ihres Wohnsitzes und/oder ihrer sprachlichen Präferenzen. Italienischsprachige SchweizerInnen werden in beiden Förderkreisen gerne aufgenommen.

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Strom für 35'000 Menschen in Indien

Strom für 35'000 Menschen in Indien

EHAND-IN-09.jpgDezember 2018

E-Hands Energy versorgt Banken und Mikrokreditinstitute in Indien mit Solarenergie und hilft damit indirekt bereits 35'000 Menschen.

Menschen ohne Strom

In Indien haben rund 270 Millionen Menschen keinen uneingeschränkten Zugang zu Strom – das ist ein Fünftel der Bevölkerung. Zirka 90 Prozent davon leben in abgelegenen, ländlichen Regionen und sind nicht an das Stromnetz angeschlossen. Sie haben für Beleuchtung und Kochen nur teures Kerosin zur Verfügung. Bei dessen Nutzung entstehen jedoch toxische Gase, die die Gesundheit der Familien gefährden. Jene Familien, die an das Stromnetz angeschlossen sind, müssen jederzeit damit rechnen, dass der Strom ausfällt. Die Versorgung ist unzuverlässig, da der Bedarf an Stromanschlüssen rasant wächst, die Infrastruktur an diese Nachfrage aber nicht rasch genug angepasst wird. Unter diesen Bedingungen – ohne zuverlässige, leistbare Energieversorgung – ist es diesen von Armut betroffenen Menschen jedoch unmöglich, ihre Lebenssituation zu verbessern. Sie bleiben im Teufelskreis der Armut gefangen.

Menschen im ländlichen Indien haben oft auch keinen Zugang zu anderen grundlegenden Dienstleistungen, wie zum Beispiel Finanzdienstleistungen. Die nächste Bank ist oft viele Kilometer entfernt, die die Menschen zu Fuß zurücklegen müssten. 87 Prozent der ärmsten Haushalte haben keinen Zugang zu Krediten und 71 Prozent verfügen über keinerlei formelle Ersparnisse. Viele Banken schrecken davor zurück, Standorte in den ländlichen Regionen zu eröffnen. Dazu bräuchten sie nämlich teure Dieselgeneratoren für die Stromversorgung. Und um den Diesel aufzufüllen, müssten sie den Weg in die nächstgrößere Stadt zurücklegen.

Solarstrom als klimafreudliche Alternative

Hier kommt E-Hands Energy ins Spiel. Das Unternehmen im Bereich erneuerbare Energien mit Sitz in Chennai ist Partner von Oikocredit. Es stellt Solaranlagen in Miniaturgröße und Wind-Solar-Hybridanlagen für Bankfilialen und Mikrokreditinstitute am Land bereit. Die Finanzinstitutionen haben so die Möglichkeit, den dort Ansässigen ihre Dienstleistungen anzubieten – und das mithilfe von 100% sauberer Energie. Um die Arbeit von E-Hands auszuweiten und noch mehr Menschen zu erreichen, brauchte das Unternehmen Kapital, hatte aber Schwierigkeiten es von traditionellen Geldgebern zu bekommen. Diese sind häufig nicht mit der für Indien relativ neuen, aber stetig wachsenden Branche der erneuerbaren Energien vertraut.

Oikocredits Mission ist nach wie vor, kleinen Unternehmen zu helfen, eine positive soziale Wirkung zu erzielen. Daher wurde Oikocredit im Jahr 2017 Partner von E-Hands und stellte dem Unternehmen ein über drei Jahre laufendes Darlehen von 200.000 US-Dollar zur Verfügung. Damit sollen 119 ländliche Standorte der Union Bank of India, eine der größten staatseigenen Banken, mit Solarenergie versorgt werden. Diese Banken können dann mehr als 950.000 Menschen Zugang zu fairen Finanzdienstleistungen bieten.

170 Tonnen weniger CO2

Nach weniger als einem Jahr hat E-Hands bereits fast alle der 119 Banken mit Solarenergie ausgestattet. Die Union Bank of India hat dadurch das Äquivalent von 170 Tonnen CO2 eingespart und rund 35.000 Menschen erreicht. Familien können nun grundlegende Finanzdienstleistungen in Anspruch nehmen. Micro-Entrepreneurs, kleine Unternehmen und BäuerInnen erhalten Kredite, um ihre Firmen auszubauen. Dies kommt wiederum den ländlichen Gemeinschaften zugute: Es siedeln sich Schneidereien, Friseursalone, Lebensmittelgeschäfte, Freizeitzentren mit Internetzugang und Restaurants an.

E-Hands selbst hat sich durch die Zusammenarbeit mit Oikocredit vergrößert. „Dieses Projekt hat uns das Selbstvertrauen und die Glaubwürdigkeit verliehen, weitere Pläne zu entwickeln, die die finanzielle Inklusion von vielen weiteren unterversorgten Gemeinschaften ermöglichen“, sagt Raghu Chandrasekaran, der CEO von E-Hands. Nach Erhalt des Darlehens konnte er bereits fünf neue MitarbeiterInnen anstellen, was die Zahl des Teams auf 40 Personen anhob. Oikocredit bleibt in ständigem Kontakt zu E-Hands, um gemeinsam eine langfristige Strategie zu entwickeln.

Allgemeine Informationen zu Oikocredits Engagement im Bereich erneuerbare Energien finden Sie hier.

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