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Warum gibt es Förderkreise?

Privatpersonen werden nicht direkt Mitglieder der internationalen Genossenschaft Oikocredit. Sie treten stattdessen einem der beiden Schweizer Förderkreise bei, über den sie bei Oikocredit Geld anlegen. Das gilt auch für Institutionen, die bei Oikocredit investieren.

Die Förderkreise sind für die treuhänderische Verwaltung der Gelder und die Mitgliederbetreuung zuständig. Sie sind Teil der internationalen Genossenschaft Oikocredit und üben dort ihr Stimmrecht aus.
In der Schweiz gibt es zwei Förderkreise: Oikocredit deutsche Schweiz und Oikocredit Suisse Romande. InvestorInnen wählen ihren Förderkreis gemäss Ihres Wohnsitzes und/oder ihrer sprachlichen Präferenzen. Italienischsprachige SchweizerInnen werden in beiden Förderkreisen gerne aufgenommen.

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Preisrisiko im Kaffeehandel

Preisrisiko im Kaffeehandel

ASOP-CR-09.jpg Mai 2018

Würde es Sie nicht beunruhigen, wenn Sie nie genau wüssten, wie hoch/tief Ihr Lohn Ende Monat ausfällt?

Stellen Sie sich vor, dass Ihre monatlichen Einkünfte so aussehen:

 Preisschwankungen im Kaffehandel in den vergangenen drei Monate (http://www.nasdaq.com/markets/coffee.aspx)

Für Millionen bäuerlicher Kleinbetriebe im Kaffeeanbau rund um den Globus gibt diese Grafik den typischen Verlauf ihrer monatlichen Einkünfte wieder. Es sind die Grundprinzipien von Angebot und Nachfrage, die zu derartig volatilen Preisschwankungen für Kaffeeanbaubetriebe führen. Diese Schwankungen machen nicht nur den Bäuerinnen und Bauern das Leben schwer, sie erhöhen auch Oikocredits Risiko, in den Bereich Landwirtschaft zu investieren. Tatsächlich sind die Preisschwankungen eines der wichtigsten und größten Risiken für kleine Kaffeeanbaubetriebe.

Lösung: Price Risk Management (PRM)

Das Konzept des Price Risk Management (PRM), also der Steuerung des Preisrisikos, verspricht Abhilfe. PRM-Programme geben den Mitgliedern unserer Kaffeeanbaugenossenschaften Instrumente an die Hand, mit denen sie ihre Bestände besser steuern und ihre Einnahmen und Ausgaben präziser prognostizieren können. Die Inter-American Development Bank hat Oikocredit Mittel in Höhe von einer Million Dollar für technische Hilfe zugesagt, um ein PRM-Programm mit 16 Kaffeegenossenschaften in Zentral- und Südamerika umzusetzen. Dieses Programm bietet Schulungen zur Weiterbildung der genossenschaftlichen Mitglieder auf allen Ebenen, Peer-Learning und Austausch zwischen den einzelnen Genossenschaften sowie finanzielle Unterstützung bei der Realisierung von PRM-Strategien. Dem liegt die Erwartung zugrunde, dass eine Stärkung der Genossenschaften schließlich zu stabileren und höheren Einkünften für Kleinbetriebe führt.  

Oikocredit kommt im Rahmen dieser Initiative eine führende Rolle zu. Unter der Leitung von Hugo Villela arbeiten unsere PRM-Mitarbeiter in Costa Rica an der Umsetzung. Diese Initiative wurde auf der Global Specialty Coffee Expo 2017 auch anderen wichtigen Akteuren im Kaffeesektor vorgestellt. Neben der Forumsdiskussion mit unserem Mitarbeiter Hugo Villela, Spezialist für landwirtschaftliche Betriebe in Lateinamerika, beteiligte sich Oikocredit gemeinsam mit anderen Ausstellern an einer Auftaktveranstaltung, bei der sich über 15 Kaffeeröster und -händler in einer Fragerunde austauschten. Veranstaltet wurde das Event von Fair Trade USA, einem der Schlüsselpartner im neuen PRM-Projekt. Weitere Partner sind: Catholic Relief Services, eine humanitäre Organisation mit Sitz in den USA, und Keurig Green Mountain, einer der größten Anbieter von Kaffeespezialitäten.

Die Investment-Genossenschaft Oikocredit ist seit 40 Jahren Pionier sozial-ethischer Investitionen. Mehr als 54'000 Anlegerinnen und Anleger finanzieren Projekte des Fairen Handels, Erneuerbarer Energien, der Förderung von Frauen und der kleinbäuerlichen Landwirtschaft in über 70 Entwicklungs- und Schwellenländern.


Das Programm nutzt eine innovative Methodik, die speziell darauf ausgerichtet ist, das kooperative Management und die Vorstandsmitglieder einzubeziehen und PRM-Konzepte und -Instrumente effektiv in die Politik ihrer Genossenschaften zu integrieren.

Wir freuen uns sehr über diese neue Initiative. Dieses Vorgehen wird künftig all unseren Kaffeepartnern in Lateinamerika und Afrika nutzen. Wir hoffen, dass die Instrumente des Price Risk Managements, die sich gegenwärtig in der Entwicklung befinden, auch für andere Sektoren, in denen wir arbeiten, nützlich sein werden. Wir werden alle Interessengruppen weiterhin zu unseren Aktivitäten im Rahmen dieses komplexen Projekts informieren.