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Warum gibt es Förderkreise?

Privatpersonen werden nicht direkt Mitglieder der internationalen Genossenschaft Oikocredit. Sie treten stattdessen einem der beiden Schweizer Förderkreise bei, über den sie bei Oikocredit Geld anlegen. Das gilt auch für Institutionen, die bei Oikocredit investieren.

Die Förderkreise sind für die treuhänderische Verwaltung der Gelder und die Mitgliederbetreuung zuständig. Sie sind Teil der internationalen Genossenschaft Oikocredit und üben dort ihr Stimmrecht aus.
In der Schweiz gibt es zwei Förderkreise: Oikocredit deutsche Schweiz und Oikocredit Suisse Romande. InvestorInnen wählen ihren Förderkreis gemäss Ihres Wohnsitzes und/oder ihrer sprachlichen Präferenzen. Italienischsprachige SchweizerInnen werden in beiden Förderkreisen gerne aufgenommen.

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Mode für die ganze Familie

Mode für die ganze Familie

COOP-EC-001.jpgJuni 2021

Carmiña López betreibt eine Modeproduktion, an der die ganze Familie beteiligt ist. Ein Beispiel für Familienunternehmen, die für viele Menschen nicht nur Lebensgrundlage, sondern auch Hoffnung auf Stabilität für künftige Generationen sind.

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Anfangs fehlte es Carmiña López und Rodrigo Cañas an Betriebskapital. Sie waren ausserdem neu im Land: Das Ehepaar kam vor 33 Jahren aus Kolumbien nach Ecuador, als der Gatte von seiner Firma dorthin versetzt wurde. Sie sahen in Ecuador eine Chance, ihr eigenes Bekleidungsunternehmen zu gründen. So wurde der Oikocredit-Partner Cooperativa de Ahorro y Crédito Cooprogreso Ltda – kurz Cooprogreso – Teil der Geschichte.

Oikocredit-Partner Cooprogreso

Carmiña López sagt: «Um eine Fabrik zu gründen, braucht man eine starke Kapitalbasis, denn die Handelsketten bezahlen unsere Rechnung erst 90 Tage nachdem sie unsere Kleidung erhalten haben.» Cooprogreso ist eine Spar- und Kreditgenossenschaft in Ecuador, die mit Individualangeboten, aber auch dem Dorfbankenmodell KleinstunternehmerInnen in städtischen und ländlichen Gebieten hilft.

Heute ist an Carmiña López’ Modeproduktion die ganze Familie beteiligt. Ehemann Rodrigo kümmert sich um die Produktion, ihre Tochter María um die Buchhaltung und Sohn Andrés um das Tagesgeschäft. Lopéz sagt: «Ein Unternehmen aufzubauen, ist ein langer und harter Prozess, und für alles, was wir erreicht haben, sind wir den Menschen in Ecuador dankbar.» Inzwischen beschäftigen die Eheleute zwanzig Mitarbeitende  und arbeiten mit weiteren zehn Lieferanten zusammen, die Kleidungsstücke für sie herstellen.

Die Schnelligkeit der Kreditvergabe und die gute Beziehung zu Cooprogreso führen dazu, dass das Familienunternehmen weiterhin Geld von Cooprogreso leiht. So konnte ein Grossauftrag für Gesichtsmasken abgewickelt werden, weil dank einem Kredit die Anschaffung neuer Maschinen realisierbar war. Während die Pandemie solche neuen Möglichkeiten schuf, hat sich die Nachfrage in anderen Bereichen verlangsamt, und im Jahr 2020 konnten López und ihr Mann den Zulieferern die einen Teil der Kleidung für sie herstellen, nicht immer Arbeit geben.

Hoffnung für die Zukunft

Sohn Andrés Felipe Cañas konnte nun neue KundInnen gewinnen. Kürzlich wurde ihm direkt ein Kredit gewährt. Seine Mutter ist stolz, als sie davon erzählt: «Stellen Sie sich vor, wie ich mich fühle. Ich lebe in Dankbarkeit, wenn ich sehe, dass Cooprogreso auch meinem Sohn die Hand schüttelt.» Die Unternehmerin sieht im Familienunternehmen, das sie und ihr Mann in lebenslanger Arbeit aufgebaut haben, eine grosse Zukunft.

Carmiña López mag 60 Jahre alt sein, aber sie will sich nicht zur Ruhe setzen, sondern die Zahl ihrer Mitarbeitenden erhöhen. Sie träumt auch davon, das Lagerhaus, das sie derzeit mieten, zu kaufen. Für sie geht es nicht nur darum, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, ihr ist es auch wichtig, Möglichkeiten für ihre Familie und die Gemeinschaft, in der sie lebt, zu schaffen.

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