Wählen Sie Ihre Region

Fenster schließen
Suisse Romande Deutsche Schweiz

Warum gibt es Förderkreise?

Privatpersonen werden nicht direkt Mitglieder der internationalen Genossenschaft Oikocredit. Sie treten stattdessen einem der beiden Schweizer Förderkreise bei, über den sie bei Oikocredit Geld anlegen. Das gilt auch für Institutionen, die bei Oikocredit investieren.

Die Förderkreise sind für die treuhänderische Verwaltung der Gelder und die Mitgliederbetreuung zuständig. Sie sind Teil der internationalen Genossenschaft Oikocredit und üben dort ihr Stimmrecht aus.
In der Schweiz gibt es zwei Förderkreise: Oikocredit deutsche Schweiz und Oikocredit Suisse Romande. InvestorInnen wählen ihren Förderkreis gemäss Ihres Wohnsitzes und/oder ihrer sprachlichen Präferenzen. Italienischsprachige SchweizerInnen werden in beiden Förderkreisen gerne aufgenommen.

Deutsche Schweiz
Suche

Ihre Geldanlage stärkt Frauen

Jetzt Geld anlegen
Jetzt Geld anlegen

Selbstbewusstsein für eine Million indonesische Frauen

Selbstbewusstsein für eine Million indonesische Frauen

KOM-ID-21.jpgApril 2019

In Indonesien ist die Nachfrage nach finanzieller Bildung und Inklusion gross. Oikocredit-Partner Komida bietet die benötigten Dienstleistungen.

Mimin Among lächelt breit, wenn sie darüber spricht, wie sie ihren Lebensunterhalt mit „Krupuk“, indonesischen frittierten Garnelencrackern, verdient: „Wir haben 2004 ein kleines Unternehmen gegründet, nachdem wir jahrelang für andere Menschen gearbeitet hatten. 2009 sind wir der Komida-Genossenschaft beigetreten und haben mit unserem ersten Kredit Woks gekauft, die wir noch heute verwenden. Das Geschäft läuft gut, und wir beschäftigen zehn weitere Personen, um die Nachfrage zu befriedigen.“

Stetiges Wachstum

Zusammen mit ihrem Ehemann Ajo Among lebt und arbeitet sie in Jonggol, West-Java. Seit sie Mitglied bei Komida geworden ist, ist ihr Unternehmen stetig gewachsen. Koperasi Mitra Dhuafa (Komida) ist eine indonesische Genossenschaft, die Finanzdienstleistungen für Unternehmerinnen mit geringem Einkommen in ländlichen Gebieten anbietet, die keinen Zugang zu Banken und zum formellen Finanzsektor haben.

Ajo Among frittiert die Krupuk in großen Woks, die seine Frau mit ihrem ersten Kredit von Komida gekauft hat.

Grosse Nachfrage nach finanzieller Inklusion

Im Jahr 2016 ergab eine von der indonesischen Financial Services Authority durchgeführte Umfrage, dass nur ein Viertel der Bevölkerung Zugang zu formellen Finanzdienstleistungen hatte. Obwohl sich die Kluft seitdem verringert hat, besteht in Indonesien nach wie vor eine grosse Nachfrage nach finanzieller Bildung und finanzieller Inklusion.

Oikocredit und Komida wurden 2016 Partner, um die positive soziale Wirkung, die Komida der Region brachte, und den weiteren Ausbau der Kreditgeschäfte zu unterstützen. Komida ist eine der grössten Genossenschaften Indonesiens im Bereich der finanziellen Inklusion und ist auf einem guten Weg ihr Ziel, eine Million Frauen mit niedrigem Einkommen bis 2020 zu unterstützen, zu erreichen.

Gemeinsame Ziele

Tes Pilapil, Regional Director des Oikocredit-Büros in Südostasien, erklärt: „Oikocredit hat sich entschieden in Komida zu investieren, da ihre Ziele mit unserer Strategie übereinstimmen: Organisationen zu unterstützen, die die finanzielle Inklusion fördern und verbessern. Komida bietet Zugang zu Krediten und Ersparnissen für Kleinunternehmerinnen mit niedrigem Einkommen.“

Das übergeordnete Ziel von Komida ist, dass die angebotenen Dienstleistungen den Kundinnen dabei helfen, ihr Einkommen, ihre Gesundheit und ihre Bildung zu verbessern. Sie richtet sich in erster Linie über Gruppenkredite an die benachteiligten Frauen, verfügt jedoch über sechs weitere Darlehensprodukte, darunter obligatorische und freiwillige Sparprodukte sowie ein Versicherungsprodukt.

Eine Reihe von Kreditprodukten

Entsprechend ihrer verantwortungsbewussten Kreditvergabe erhalten neue Mitglieder der Komida-Genossenschaft zunächst einen „allgemeinen Kredit“ (einen Gruppenkredit). Später kann die Kundin einen anderen Kredit beantragen. Komida-Darlehen werden in allen Fällen nur nach sorgfältiger Analyse der Bedürfnisse und Anforderungen der Kundinnen gewährt.

Ein weiterer Grund für den Erfolg von Komida besteht darin, dass die Genossenschaft die Rückmeldungen der Kundinnen nutzt, um zu bestimmen, welche Arten von Krediten sie anbietet. Im Jahr 2017 führte Komida etwa das Darlehensmodell für die Renovierung von Wohnhäusern ein, das sich bei Kleinunternehmerinnen wie Mimin Among als beliebt erwiesen hat.

Das Darlehen beschränkt sich nicht auf Verbesserungen in Wohnhäusern, sondern umfasst auch die Renovierung und Verbesserung der Geschäftsräume der Kundinnen. Das können zum Beispiel ein Kiosk, ein Geschäft oder ein Marktstand sein. Wenn das zu sanierende Haus keine Toilette und keinen Anschluss an sauberes Trinkwasser hat, wird nach Abwägung der Umstände der Kreditnehmerin ein Darlehen für die Wasser- und Sanitärversorgung mit dem Darlehen für die Wohnungssanierung gebündelt.

Mimin Among (links) und ihr Team von Arbeiterinnen

Die Unterstützung von Komida verbessert viele Leben

Als es mit dem Verkauf der Garnelencracker begann, hat das Ehepaar alles selbst gemacht. Heute, 15 Jahre später, profitieren die beiden von neun Kreditzyklen und einem Team von zehn MitarbeiterInnen, die täglich und wöchentlich 30 Geschäfte auf drei Märkten beliefern.

Mimin Among erklärt: „Der Beitritt zu Komida half uns, das Geschäft auszubauen, und dadurch konnten wir das Land kaufen, auf dem wir leben, und unsere fünf Kinder zur Schule schicken. Wir möchten, dass unsere Kinder eine gute Ausbildung haben und in ihren zukünftigen Karrieren erfolgreich sind. Ich möchte auch wirklich unsere Küche renovieren.“

Amongs aktuelles Darlehen in Höhe von 15 Mio. IDR (umgerechnet rund 900 Euro) für einen Zeitraum von 50 Wochen verwendet sie für den Kauf von Rohstoffen, um ihr Geschäft weiter auszubauen. Die Unterstützung von Komida für ihre Kundinnen geht aber über Kredite hinaus. Die Frauen profitieren von einer Reihe von Schulungsprogrammen wie Finanzkompetenz, Geschäftsentwicklung und sogar reproduktive Gesundheit.

Träume werden wahr

In der Küche vor dem Haus sehen wir Mimin Amongs grosse Woks, in denen die Krupuk gebraten werden. Innerhalb von Sekunden werden köstliche grosse Garnelencracker hergestellt. Es ist leicht zu erkennen, warum die Instant-Cracker bei ihren KundInnen beliebt sind. Auf der Veranda tüten die Arbeiterinnen die Krupuk ein.

Es gibt kein Halten für die Unternehmerin Among. Ihre Träume von einer grösseren, besseren Küche, um die Effizienz ihres Krupuk-Geschäfts und damit ihren Ertrag zu steigern, sind der Realität einen Schritt näher gerückt - sie hat kürzlich einen Antrag auf einen Wohnungsrenovierungskredit gestellt.

 

« Zurück zur Übersicht