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Warum gibt es Förderkreise?

Privatpersonen werden nicht direkt Mitglieder der internationalen Genossenschaft Oikocredit. Sie treten stattdessen einem der beiden Schweizer Förderkreise bei, über den sie bei Oikocredit Geld anlegen. Das gilt auch für Institutionen, die bei Oikocredit investieren.

Die Förderkreise sind für die treuhänderische Verwaltung der Gelder und die Mitgliederbetreuung zuständig. Sie sind Teil der internationalen Genossenschaft Oikocredit und üben dort ihr Stimmrecht aus.
In der Schweiz gibt es zwei Förderkreise: Oikocredit deutsche Schweiz und Oikocredit Suisse Romande. InvestorInnen wählen ihren Förderkreis gemäss Ihres Wohnsitzes und/oder ihrer sprachlichen Präferenzen. Italienischsprachige SchweizerInnen werden in beiden Förderkreisen gerne aufgenommen.

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Khut Sambo hat die Fäden fest in der Hand

Khut Sambo hat die Fäden fest in der Hand

PRASAC-KH-02.jpgOktober 2018

Mit ihren Stoffen verbessert Khut Sambo das Leben ihrer ganzen Familie. Bis dahin war es jedoch ein langer Weg. Den Anfang machten zwei handbetriebene Webstühle, welche sie Ihren Eltern zu verdanken hat.

Ein Stück vom Zentrum der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh entfernt lebt Khut Sambo mit ihrer Familie. In ihrer Weberei stellt sie „Krama Khmer“ her, einen traditionellen Stoff, der unter anderem als Schal und als Gesichtsschutz gegen Staub verwendet wird. Mehr als zehn Jahre ist es her, dass sie ihr Unternehmen gegründet hat. Sambos Eltern finanzierten ihr damals zwei handbetriebene Webstühle. Diese verdienten ihr Geld durch den Handel mit Früchten und hatten den Betrag für ihre Tochter lange angespart.

Auf diesen Webstühlen stellt Khut Sambo traditionelle Stoffe her.

Schon bald nach der Eröffnung ihrer Weberei beschloss Sambo, diese weiterzuentwickeln. Im Jahr 2009 suchte sie deshalb für einen Kredit bei PRASAC an. Mit ihrem ersten Kredit in der Höhe von 1.000 US-Dollar kaufte Sambo zwei elektrische Webmaschinen, was ihre Arbeit stark vereinfachte. Ihr aktuelles Darlehen läuft über fünf Jahre und beträgt 14.000 US-Dollar. Das Geld hat sie in Material und zwei weitere Webmaschinen investiert. Insgesamt besitzt Sambo nun 13 Maschinen und hat damit ihre Produktivität noch weiter erhöht. Früher verdiente sie 100 US-Doller im Monat, heute ist es das Dreifache.

Auch Khut Sambos Mutter arbeitet mit in der Weberei.

Der wirtschaftliche Erfolg stärkt nicht nur Sambo und ihre Mitarbeiterinnen, die sie mittlerweile angestellt hat. Das Leben von Sambos Familie hat sich mithilfe der Kredite von PRASAC und der harten Arbeit der letzten Jahre drastisch verbessert: Sie konnten sich Motorräder – in Kambodscha das wichtigste Verkehrsmittel – kaufen und wurden so in ihrer Mobilität unabhängiger. Außerdem kann sich die Familie nun bessere Lebensmittel und hochwertigere Kleidung leisten. Auch an ihrem Haus haben sie einige Verbesserungen vorgenommen.

Sambos Ehemann arbeitet als Gärtner für ein Krankenhaus. Wie er darüber denkt, dass seine Frau mehr verdient als er? Er respektiert sie noch mehr als zuvor und überlässt ihr die Hoheit über die Familienfinanzen. Denn sie trifft die Entscheidungen.

PRASAC ist 1995 als EU-finanziertes Projekt gestartet, mit dem Ziel, ländliche Entwicklungsprogramme in Kambodscha zu unterstützen. Seit 2004 ist PRASAC als Mikrofinanzinstitution (MFI) zugelassen und seit 2005 Partner von Oikocredit. Mittlerweile ist sie die größte MFI ihrer Art in Kambodscha. PRASAC betreut 90.000 KreditnehmerInnen, wobei mehr als die Hälfte davon Frauen sind.

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