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Warum gibt es Förderkreise?

Privatpersonen werden nicht direkt Mitglieder der internationalen Genossenschaft Oikocredit. Sie treten stattdessen einem der beiden Schweizer Förderkreise bei, über den sie bei Oikocredit Geld anlegen. Das gilt auch für Institutionen, die bei Oikocredit investieren.

Die Förderkreise sind für die treuhänderische Verwaltung der Gelder und die Mitgliederbetreuung zuständig. Sie sind Teil der internationalen Genossenschaft Oikocredit und üben dort ihr Stimmrecht aus.
In der Schweiz gibt es zwei Förderkreise: Oikocredit deutsche Schweiz und Oikocredit Suisse Romande. InvestorInnen wählen ihren Förderkreis gemäss Ihres Wohnsitzes und/oder ihrer sprachlichen Präferenzen. Italienischsprachige SchweizerInnen werden in beiden Förderkreisen gerne aufgenommen.

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Wie Kaffeebäuerinnen in Brasilien wirtschaftliche unabhängig werden

Wie Kaffeebäuerinnen in Brasilien wirtschaftliche unabhängig werden

CPFAM-BR-42.jpgMärz 2018

Die Genossenschaft Coopfam (Cooperativa dos Agricultores Familiares de Poço Fundo e Região) unterstützt Frauen darin, einen speziellen Bio-Kaffee zu produzieren und so ihr Einkommen zu verbessern.

Frauen in der brasilianischen Kaffeegemeinschaft Poço Fundo (Minas Gerais) spielen eine zentrale Rolle in der Zukunft des Oikocredit-Partner Coopfam: Sie unterstützen ihre Familien durch die Produktion und den Verkauf ihres eigenen Bio-Kaffees. Die Mulheres Organizadas Buscando Independência und die Gruppe MOBI sind zwei Frauengruppen, welche im Rahmen der Coopfam-Kaffee-Kooperative ihren Café Feminino zu einem 10% höheren Preis verkaufen. Die Frauen investieren die Prämie in die Vergrösserung ihrer Frauengruppen und ermöglichen dadurch noch mehr Frauen, unabhängig Kaffee zu produzieren und ihren Lebensunterhalt zu verbessern.

Im ländlichen Minas Gerais, Brasiliens größtem Kaffeeanbaustaat, unterstützten Frauen meist ihre Ehemänner auf der Familienplantage, aber sie beteiligten sich nicht an den geschäftlichen oder landwirtschaftlichen Entscheidungen der Genossenschaft. Dies änderte sich im Jahr 2006, als Coopfam sich auf die Unterstützung von Frauen fokussierte. Wieso sollten sie bei der Herstellung des Arabica-Kaffees, der seit Jahrzehnten Teil ihres Lebens war, nicht eine gleichwertige Rolle zu spielen?

"Die Frauen, die am MOBI teilnehmen, wollen mehr tun, als sich um Kinder und das Haus zu kümmern - sie wollen ihren eigenen Platz in der Kaffeeproduktion von Coopfam haben; Sie wollen, dass ihre Stimmen gehört werden ", erklärt Vânia Lucia Pereira da Silva, MOBI-Mitglied und Vizepräsidentin von Coopfam, deren Familie 12 Hektar Plantagen besitzt. "Frauen sind ein wichtiger Teil der Produktion, also müssen sie auch Teil der Entscheidungsfindung sein."



Von Anfang an war Vânia eine von MOBIs Leiterinnen und half ihren MOBI-Kolleginnen, alles über die Herstellung von Bio-Kaffee in den Hügeln von Poço Fundo zu erfahren; von der Schädlingsbekämpfung bis zur Ernte und dem Trocknen der Bohnen. Darüber hinaus nahm sie an Ausbildungen für Führungspersonen von Coopfam teil und überwand kulturelle Barrieren, um eine von zwei Frauen zu werden, die nun Teil des Coopfam- Management-Teams sind.

Die Investment-Genossenschaft Oikocredit ist seit 40 Jahren Pionier sozial-ethischer Investitionen. Mehr als 54'000 Anlegerinnen und Anleger finanzieren Projekte des Fairen Handels, Erneuerbarer Energien, der Förderung von Frauen und der kleinbäuerlichen Landwirtschaft in über 70 Entwicklungs- und Schwellenländern.


Oikocredit entschied sich für eine Partnerschaft mit Coopfam, weil die Genossenschaft Initiativen zur Förderung von Menschen und Umwelt unterstützt. Coopfam teilt nicht nur Oikocredits Bestreben, das Leben von Kleinbauern zu verbessern, sondern auch seinen Fokus auf fairen Handel als wichtige Lebensgrundlage. Es war die erste Kooperative in Brasilien, die in den späten 1990er Jahren Bio- und Fair-Trade-Kaffee produzierte. Sie verwendete Oikocredits Darlehen dazu, den Mitgliedern Zugang zu lokalen, nationalen und internationalen Märkten zu ermöglichen. Inzwischen gehören 450 Kleinproduzenten der Kooperative an.

"Der Ansatz von Coopfam ist nicht nur verkaufsorientiert, sondern von den Zielen geleitet, die Umwelt zu schützen, gute Produkte zu verkaufen und auf das Wohlbefinden der Familie zu achten.", sagt Coopfams Präsident Clemilson José Pereira.



"Ich fing an, biologisch zu produzieren, weil ich über die Gesundheit meiner Familie nachdachte", sagt Vânia. "Zuerst wusste ich nicht, wie man Bio-Kaffee anbaut, aber Coopfam hilft seinen Produzenten und Produzentinnen, den ökologischen Landbau zu lernen."


Und was macht Café Feminino so besonders?


Laut dem MOBI-Mitglied Dayany de Assis dos Santos Ferreira, die den Café Feminino auf dem Grundstück anbaut, das sie gemeinsam mit ihrem Ehemann besitzt: "Wir geben dem Kaffee viel Liebe und Fürsorge. Sorgfalt und Aufmerksamkeit machen die Qualität des Kaffees aus. Es ist harte Arbeit, aber ich fühle, dass wir damit etwas schaffen können. "



Neben praktischer landwirtschaftlicher Ausbildung und Wissensaustausch bessern die MOBI-Frauen ihr Einkommen auf, indem sie Rosen anbauen und lernen, mit den Resten der Kaffeepflanzen nach der Ernte Kunsthandwerke zu basteln. Sie verkaufen ihre Kreationen in der lokalen Gemeinde zwischen den Kaffeernten.

Die stärkere Beteiligung an Coopfam und die Entwicklung ihres eigenen Unternehmens stärkt das Vertrauen der Frauen und bringt ihnen den Respekt in der Gemeinschaft, da sie finanziell unabhängiger werden und das Einkommen ihrer Familien stärken.

Vania ist überzeugt, dass die diese Entwicklung auch der "Landflucht" von Frauen und jungen Menschen entscheidend entgegenwirkt, die Frauen stärker an lokalen Kaffeeanbauaktivitäten zu beteiligen.

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