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Suisse Romande Deutsche Schweiz

Warum gibt es Förderkreise?

Privatpersonen werden nicht direkt Mitglieder der internationalen Genossenschaft Oikocredit. Sie treten stattdessen einem der beiden Schweizer Förderkreise bei, über den sie bei Oikocredit Geld anlegen. Das gilt auch für Institutionen, die bei Oikocredit investieren.

Die Förderkreise sind für die treuhänderische Verwaltung der Gelder und die Mitgliederbetreuung zuständig. Sie sind Teil der internationalen Genossenschaft Oikocredit und üben dort ihr Stimmrecht aus.
In der Schweiz gibt es zwei Förderkreise: Oikocredit deutsche Schweiz und Oikocredit Suisse Romande. InvestorInnen wählen ihren Förderkreis gemäss Ihres Wohnsitzes und/oder ihrer sprachlichen Präferenzen. Italienischsprachige SchweizerInnen werden in beiden Förderkreisen gerne aufgenommen.

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«Wir möchten natürlich wissen, wie sich unsere Arbeit auf das Leben der Menschen auswirkt.»

Juli 2017

Einer der wichtigsten Bereiche der Arbeit von Oikocredit ist der Zugang zu Finanzdienstleistungen in Ländern mit geringem durchschnittlichem Einkommen voranzutreiben. Daher beschäftigen wir uns unter anderem auf wissenschaftlicher Ebene mit der Messung der Sozialen Wirkung unserer Arbeit.

Thelma Brenes Muñoz, Mitarbeiterin des Social Performance-Teams bei Oikocredit, betont: „Wir möchten natürlich wissen, wie sich unsere Arbeit auf das Leben der Menschen auswirkt.“ Thelma und ihr Kollege Mayank Kumar Jain haben sich näher mit diesem Thema auseinandergesetzt und den Artikel «Do rural microcredit borrowers fare better in reducing poverty than urban borrowers?» veröffentlicht. Durch ihre Arbeit konnten sie Oikocredits Know-how über die Auswirkungen der Mikrofinanz vertiefen.

Asien bietet eine gute Datengrundlage

Die passenden Oikocredit-Partner für das Projekt auszuwählen war essentiell für die Qualität der Studie. Thelma erklärt, dass sie jene Mikrofinanzinstitutionen auswählte, die die Daten ihrer Kundinnen und Kunden bereits über einen längeren Zeitraum aufzeichneten. ASKI und RSPI (Philippinen) und SVCL (Indien) konnten die größten Datenmengen zur Verfügung stellen, da sie bereits mit dem Progress out of Poverty Index (PPI) arbeiteten, der die Verbesserung der Lebensbedingungen der Kreditnehmerinnen und Kreditnehmer misst.

Sowohl auf den Philippinen als auch in Indien ist die Anzahl der Menschen, die in ländlichen Gebieten in Armut leben, sehr hoch. Die involvierten Oikocredit-Partner konnten hier viele Informationen über Armut sammeln, die Thelma und Mayank verwendeten, um Veränderungen zu analysieren. «Es ist für Oikocredit und die Mikrofinanzinstitute wichtig, dass die Daten und die Analysen zuverlässig und richtig sind.», sagt Thelma. «Dazu benötigen wir eine große Menge an Daten über einen längeren Zeitraum. Unsere Partnerorganisationen in Asien bieten uns dafür die beste Grundlage.»

Das Wissen der gesamten Branche wird vertieft

Vorangegangene Studien verglichen lediglich die Armut von ländlichen und städtischen KreditnehmerInnen zu einem einzigen Zeitpunkt. «Man sieht aber nur das große Ganze, wenn man die Daten über einen längeren Zeitraum hinweg analysiert.», so Thelma. Die Datenanalyse bringt mehrere Vorteile mit sich. Oikocredit und ihre Partnerorganisationen profitieren natürlich von dem Projekt, erklärt Thelma: «Wenn wir die Auswirkungen von Mikrokrediten in speziellen Ländern kennen, hilft das allen Beteiligten, ihre sozialen Ziele zu optimieren.» Des Weiteren gibt es bereits einige Forschungsarbeiten zum Thema Mikrofinanz, aber wenige, die die Entwicklung der Armut über einen längeren Zeitraum analysieren. Dadurch wird die Arbeit von Thelma und Mayank zu einem wichtigen Beitrag zum weltweiten Wissenspool der Mikrofinanz-Branche.

Die Investment-Genossenschaft Oikocredit ist seit 40 Jahren Pionier sozial-ethischer Investitionen. Mehr als 54'000 Anlegerinnen und Anleger finanzieren Projekte des Fairen Handels, Erneuerbarer Energien, der Förderung von Frauen und der kleinbäuerlichen Landwirtschaft in über 70 Entwicklungs- und Schwellenländern.


Die nächsten Schritte

Der Erfolg dieser Untersuchung lieferte neue Ideen für nächste Forschungsprojekte, darunter eines, das direkt an Thelmas und Mayanks Arbeit anknüpft. «Ein wichtiges Thema wird die Kundenabwanderung sein.», kündigt Thelma an. Wenn Kreditnehmerinnen und Kreditnehmer eine Mikrofinanzinstitution verlassen, ohne sich für einen weiteren Mikrokredit zu bewerben, bedeutet das, dass sich die Organisation um neue Kunden und Kundinnen bemühen muss. Die Abteilung Social Performance bei Oikocredit möchte daher wissen, warum die Kundinnen und Kunden nicht mehr zurückkehren. Benötigen sie schlichtweg keine Finanzierung mehr oder hat der Abgang auch andere Gründe?

Weitere geplante Projekte beziehen sich auf das Geschlecht der Kreditnehmerinnen und Kreditnehmer und den zeitlichen Verlauf der Armut; ein weiterer Bereich, in dem Langzeitstudien noch fehlen.

Die gesamte Studie steht auf Englisch im Original oder als Kurzfassung zum Download zur Verfügung.

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