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Suisse Romande Deutsche Schweiz

Warum gibt es Förderkreise?

Privatpersonen werden nicht direkt Mitglieder der internationalen Genossenschaft Oikocredit. Sie treten stattdessen einem der beiden Schweizer Förderkreise bei, über den sie bei Oikocredit Geld anlegen. Das gilt auch für Institutionen, die bei Oikocredit investieren.

Die Förderkreise sind für die treuhänderische Verwaltung der Gelder und die Mitgliederbetreuung zuständig. Sie sind Teil der internationalen Genossenschaft Oikocredit und üben dort ihr Stimmrecht aus.
In der Schweiz gibt es zwei Förderkreise: Oikocredit deutsche Schweiz und Oikocredit Suisse Romande. InvestorInnen wählen ihren Förderkreis gemäss Ihres Wohnsitzes und/oder ihrer sprachlichen Präferenzen. Italienischsprachige SchweizerInnen werden in beiden Förderkreisen gerne aufgenommen.

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Nachhaltige Geldanlage bei Oikocredit

Positive Wirkung erzielen Attraktive Alternative Genossenschaft seit 1975

Geldanlage mit Sinn
Geldanlage mit Sinn

Soziale Wirkung verstärken und finanzielle Resultate stabilisieren

Irene-van-Oostwaard-web.jpg22. Oktober 2018

Während Oikocredit seine aktualisierte Strategie umsetzt, arbeitet die Genossenschaft weiterhin mit ihren Mitgliedern und InvestorInnen zusammen, um die neuesten Entwicklungen und erzielten Fortschritte zu teilen. Der Westdeutsche Förderkreis hat sich kürzlich mit Irene van Oostwaard, Finanzdirektorin bei Oikocredit, getroffen, um mehr über aktuelle Finanzthemen sowie Irenes persönlichen Blick und die Leidenschaft für die Organisation zu erfahren.

Seit über 40 Jahren verbindet Oikocredit erfolgreich wirtschaftliche Nachhaltigkeit und soziale Wirkung. Wie gelingt das der Genossenschaft?

Wir konzentrieren in auf allen Ebenen unserer Organisation gleichermassen auf finanzielle und soziale Aspekte. Beide Bereiche sind in allen unseren Abteilungen und Entscheidungsgremien bis hin zum Management vertreten. So schaffen wir es, ein gutes Gleichgewicht zu halten.

Ich glaube, dass unser klarer Fokus auf soziale Wirkung massgebend zu unserem Erfolg beiträgt. Und dieser Fokus ist auch einer der Hauptgründe, welshalb Menschen bei uns Geld investieren. Es ist sicherlich hilfreich, dass wir als Genossenschaft organisiert sind. Unsere Mitglieder stellen dadurch sicher, dass wir unserer Mission treu bleiben.

Irene van Oostwaard, Finanzdirektorin von Oikocredit.


Wie funktioniert die Balance sozialer und finanzieller Aspekte auf der Ebene der Partner? Gibt es Projekte, die finanziell weniger erfolgreich sind als soziale oder umgekehrt?

Wir versuchen immer Partner zu finden, die beide Aspekte optimal abdecken, aber manchmal bedient ein Projekt nicht beide Aspekte gleichermassen.

So ist beispielsweise die Agrarfinanzierung eine echte Herausforderung. Einerseits können nicht viele Organisationen in diesem Sektor profitabel arbeiten. Auf der anderen Seite sind die sozialen Auswirkungen in diesem Sektor enorm. Deshalb investieren wir in die Landwirtschaft. Dies mag etwas weniger rentabel sein, aber wir tun dies für die soziale Wirkung und gleichen es dann mit einem anderen Teil des Portfolios aus, der finanziell erfolgreicher ist.

Wir haben aber in allen Projekten Mindeststandards für finanzielle und soziale Aspekte, die im Vergleich zu anderen Organisationen tatsächlich sehr hoch sind.

Hängt der bisherige Erfolg von Oikocredit damit zusammen, dass InvestorInnen keine Gewinnmaximierung erwarten? (Die Dividende bei Oikocredit ist auf 2 Prozent maximiert)

Auch die zwei Prozent waren und sind nicht in Stein gemeißelt. Vor 40 Jahren gab es überhaupt keine Dividende, erst ab 1989 hat die Genossenschaft dann ein, bzw. zwei Prozent Dividende bezahlt. Aber es stimmt: Was wirklich hilft ist, dass wir sehr loyale Anlegerinnen und Anleger haben, die ihr Geld langfristig zur Verfügung stellen, die nicht die höchste Rendite wollen. Das ermöglicht es uns, so viel Geld wie möglich in die Projekte und in die soziale Wirkung zu investieren.

Im Juni stimmten die Mitglieder von Oikocredit einer Ausschüttung einer Dividende von einem Prozent für 2017 zu. Diese Entscheidung wurde getroffen, da die Ergebnisse der Genossenschaft unter Druck stehen. Was sind die Gründe?

Der Hauptgrund sind die Währungsschwankungen des letzten Jahres. Im vergangenen Jahr vergaben wir nur sechs Prozent unseres Kreditportfolios in Euro, 42 Prozent in US-Dollar und der Rest in lokalen Währungen, welche oft an den US-Dollar gekoppelt sind.

Wir wissen, dass es äußerst wichtig ist, Kredite in lokaler Währung an unsere Partner zu vergeben. Würden wir Kredite in Euro aufnehmen, würde das Währungsrisiko auf unsere Partner fallen und sie sind in der Regel nicht in der Lage, ein solches Risiko zu tragen. Zudem sind wir fähig, dieses Risiko zu tragen: Wir verfügen über die erforderliche Größe, Expertise und einen ausreichend großen Risikofonds für lokale Währungen. Aufgrund der Stärkung des Euro im vergangenen Jahr mussten wir uns stark auf diesen Fonds verlassen.

Auch unsere Ergebnisse werden durch das Niedrigzinsumfeld negativ beeinflusst. So erzeugen Kredite, unsere Haupttätigkeit, deutlich weniger Zinsen.
Zudem führen wir Büros vor Ort, was mit höhere Kosten im Vergleich zu anderen verbunden ist. Wir sind aber davon überzeugt, dass unser Konzept der lokalen Präsenz einen großen Vorteil bringt und wir es deshalb beibehalten möchten. So sind wir über lokale Geschehnisse informiert und wissen, was auf dem Markt passiert. Unsere lokalen Experten kennen die Gemeinschaften, in denen sie arbeiten, und das reduziert letztlich auch unsere Risiken.

Was unternimmt Oikocredit, um kosteneffizient zu arbeiten?

Unsere aktualisierte Strategie soll unter anderem dazu beitragen, unsere Kosten zu senken (lesen Sie hier alles über das Strategie-Update im Interview mit unserem Geschäftsführer).

Da wir an der Strategieumsetzung noch kontinuierlich arbeiten und den Prozess bis und mit 2019 fortführen werden, bleiben unsere Ergebnisse aufgrund der oben genannten Faktoren unter Druck. Die Auswirkungen der von uns durchgeführten Änderungen werden erst Ende 2019 realisiert, und nach diesem Zeitraum erwarten wir eine Verbesserung unserer Finanzergebnisse.

In der Zwischenzeit arbeiten wir hart daran um sicherzustellen, dass Oikocredit seinen Auftrag auf die effektivste und effizienteste Art und Weise erfüllt.

Und es ist aufregend an unserer aktualisierten Strategie, dass wir uns nicht nur auf die Verbesserung unserer finanziellen Ergebnisse konzentrieren, sondern auch darauf, wie wir unsere soziale Wirkung maximieren können. Wie ich bereits erwähnte, Die finanziellen und sozialen Ergebnisse gehen bei Oikocredit Hand in Hand und wir möchten sicherstellen, dass wir auf allen Ebenen der Organisation unser Bestes geben, um das Leben der Menschen, denen unsere Partner dienen, noch stärker zu beeinflussen.

Was sind die Schlüsselprojekte, die Sie als Finanzdirektorin 2018/2019 realisieren wollen?

Das größte und wichtigste Projekt ist die Umsetzung unserer überarbeiteten Strategie. Ich würde auch gerne sehen, dass nicht nur Finanzzahlen in unseren offiziellen Bilanzen enthalten sind, sondern auch quantifizierbare Ergebnisse zur sozialen Wirkung. Die nackten Finanzzahlen allein repräsentieren nicht ausreichend, wer wir sind und was wir tun. Wir haben ein spezielles Social Impact Research-Team, das unsere Partner besucht, untersucht und Daten sammelt und auswertet - hinsichtlich der Anzahl Menschen, die wir tatsächlich über unsere Partner erreichen, auch der Anzahl der Frauen, die wir erreichen und der erzielten Ergebnisse.

Sie arbeiten seit 2010 in der Genossenschaft. Was mögen Sie an Ihrer Arbeit bei Oikocredit?

Im Juni besuchte ich eine Kundin einer Mikrofinanzinstitution in Chennai, Indien. Diese Kundin betreibt einen kleinen Laden. Ihre Tochter, die an einer Universität studiert und Englisch spricht, war anwesend hat für mich übersetzt. Auf die Frage, wer ihr Vorbild ist, antwortete die Tochter: „Meine Mutter“. Da bekomme ich jetzt noch Gänsehaut. Sie habe ihr gezeigt, dass man es schaffen kann, sein Leben zu verändern. Nur deshalb hat die Tochter eine bessere Zukunftsperspektive. Und auch wenn wir als Oikocredit nur einen winzig kleinen Beitrag dazu leisten, indem wir die Institution finanzieren, die die Mutter finanziert, ist das der Grund, warum ich hier jeden Tag zur Arbeit komme. Was wir hier machen, schafft einen Unterschied.

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Unsere Geldanlage bei Oikocredit erfolgt mit der Überzeugung und dem Wissen, dass unser Geld dort sinnvoll für kleinbäuerliche Landwirtschaft eingesetzt wird.

Markus Brun Fastenopfer – Leiter Bereich Süd

Oikocredit deutsche Schweiz

  • 2'200 InvestorInnen

    aus der Deutschschweiz

  • 56 Mio. Franken

    investiertes Kapital Deutschschweiz

  • Seit 1983

    Oikocredit in der Deutschschweiz

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