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Warum gibt es Förderkreise?

Privatpersonen werden nicht direkt Mitglieder der internationalen Genossenschaft Oikocredit. Sie treten stattdessen einem der beiden Schweizer Förderkreise bei, über den sie bei Oikocredit Geld anlegen. Das gilt auch für Institutionen, die bei Oikocredit investieren.

Die Förderkreise sind für die treuhänderische Verwaltung der Gelder und die Mitgliederbetreuung zuständig. Sie sind Teil der internationalen Genossenschaft Oikocredit und üben dort ihr Stimmrecht aus.
In der Schweiz gibt es zwei Förderkreise: Oikocredit deutsche Schweiz und Oikocredit Suisse Romande. InvestorInnen wählen ihren Förderkreis gemäss Ihres Wohnsitzes und/oder ihrer sprachlichen Präferenzen. Italienischsprachige SchweizerInnen werden in beiden Förderkreisen gerne aufgenommen.

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Geschäftsjahr 2022: Oikocredit überzeugt von Vorreiterrolle im Impact Investing

Geschäftsjahr 2022: Oikocredit überzeugt von Vorreiterrolle im Impact Investing

jahresergebnis+2022.jpg02. Mai 2023

Amersfoort, Niederlande – Die soziale Impact Investorin und internationale Genossenschaft Oikocredit hat heute ihren Jahresabschluss 2022 veröffentlicht. Die
Genossenschaft konnte stabile finanzielle und soziale Resultate verzeichnen, ihre Strategie 2022-2026 finalisieren, ein neues Anlagemodell verabschieden sowie wichtige Führungs- und Verwaltungsstrukturen stärken.

Wesentliche Zahlen

  • Konsolidiertes Nettoergebnis: 8,5 Millionen Euro (2021: 15,3 Millionen Euro)
  • Bilanzsumme: 1.238,2 Millionen Euro (2021: 1.258,1 Millionen Euro)
  • Nettoliquidität in % der Bilanzsumme: 23,9 Prozent (2021: 21,7 Prozent)
  • Nettoinventarwert (NAV) eines Anteils: 213,95 Euro (2021: 213,58 Euro)
  • Entwicklungsfinanzierungsportfolio: 1.007,2 Millionen Euro (2021: 995,9 Millionen Euro)
  • Dividendenvorschlag: 0,5 Prozent (2021: 0,5 Prozent)                                                                                                                                                  

Vernetzung, Engagement und Erneuerung

2022 konnte sich Oikocredit nach dem Ende der Covid-19-Einschränkungen in den meisten Ländern wieder mit Partnerorganisationen vernetzen und Kontakte zu Partnerunternehmen, Mitgliedern und AnlegerInnen aufnehmen. Die neue Strategie wurde fertiggestellt, um eine noch größere Wirkung für Menschen und Gemeinschaften mit geringem Einkommen zu entfalten, das neue Anlagemodell verabschiedet, neue Vorstandsmitglieder begrüßt und Führungs- und Verwaltungsstrukturen vereinheitlicht.

Trotz schwieriger makroökonomischer Bedingungen wurden bei der Kreditvergabe und bei Investitionen zur Unterstützung von Partnerorganisationen in Afrika, Asien, Lateinamerika und der Karibik ein gewisses Portfoliowachstum und solide Verbesserungen bei der Kreditqualität und der sozialen Leistung erzielt. In einem schwierigen Makroumfeld war der Jahresabschluss mit einem positiven Finanzresultat in Höhe von 8,5 Millionen Euro angesichts der derzeitigen Volatilität und Ungewissheiten ein angemessenes Ergebnis

Unsere Investitionen: Kredite und Kapitalbeteiligungen

Die Entwicklungsfinanzierung von Oikocredit wies ein Wachstum von 1% auf und stieg von 995,9 Millionen Euro auf 1.007,2 Millionen Euro. Globale Unsicherheiten und steigende Zinssätze hielten viele aktuelle und potenzielle Partnerorganisationen davon ab, neue Darlehen aufzunehmen. Im Bereich des inklusiven Finanzwesen, dem Investitionsschwerpunkt, stieg das Portfolio auf 767,9 Millionen Euro an (2021: 761,40 Millionen Euro). Der Bereich Landwirtschaft, der von den makroökonomischen Rahmenbedingungen besonders betroffen war, sank auf 175,7 Millionen Euro (2021: 182,6 Millionen Euro). Im Bereich erneuerbarer Energien stieg das Portfolio auf 56,0 Millionen Euro an (2021: 43,7 Millionen Euro).

Die Darlehen und Investitionen in Afrika wurden von externen Faktoren negativ beeinflusst und sanken auf 189,2 Millionen Euro (2021: 204,7 Millionen Euro). Das Portfolio in Asien sank ebenfalls, und zwar auf 289,5 Millionen Euro (2021: 307,3 Millionen Euro), obwohl die indische Tochtergesellschaft, Maanaveeya, ein stabiles Wachstum verzeichnen konnte. Lateinamerika & Karibik, mit dem größten regionalen Portfolio, erlebte einen starken Anstieg auf 483,4  Millionen Euro (2021: 454,9 Millionen Euro). Das gesamte Darlehensportfolio belief sich auf 862,4 Millionen Euro (ohne Rückstellungen für Kreditverluste), das Kapitalportfolio umfasste 144,8 Millionen Euro (ohne Wertberichtigungen). Mehrere innovative Aufbauprojekte zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Gemeinschaften in den Bereichen Wohnungsbau, Bildung, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung sowie Infrastruktur nahmen langsam Form an.

Die Portfolioqualität nahm merklich zu. Ausfallgefährdete Projekte bzw. PAR 90 (der Anteil am Kreditportfolio mit Zahlungen, die seit mehr als 90 Tagen überfällig sind) fiel auf 3,8 Prozent (2021: 5,5 Prozent). Da für einige Partnerorganisationen die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie besonders langwierig und problematisch waren, hat Oikocredit mit den Partnerorganisationen und anderen Darlehensgebern gemeinsam daran gearbeitet, erreichbare Lösungen zu finden, die relativ hohe Abschreibungen beinhalteten. 

Soziale Wirkung und Beratungs- und Schulungsprojekte

Ein zentraler Aspekt des Auftrags von Oikocredit besteht darin, durch die Aktivitäten der Partnerorganisationen die Situation von Menschen mit geringem Einkommen zu ihrem Vorteil zu verändern. Oikocredit konzentriert sich mehr auf Strategie und nachhaltige Wirkung, verliert dabei weder die zunehmenden Klima- und Biodiversitätskrisen noch deren Auswirkungen auf unsere Partnerorganisationen aus den Augen.

Mit dem Programm zur Umfrage zur Selbstwahrnehmung von KundInnen erweitert Oikocredit die wegweisende Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen, um auf die Wahrnehmung von Veränderungen im Leben der KundInnen zu reagieren. In diesem Zusammenhang baut Oikocredit die Kapazitäten der Partnerorganisationen aus, sodass sie die Bedürfnisse ihrer KundInnen erfüllen und ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Herausforderungen verbessern können. 2022 wurde eine Umfrage in sieben Sprachen mit neunzehn Partnerorganisationen aus dem Bereich der finanziellen Inklusion in zwölf Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika & Karibik durchgeführt. Von den fast 16.500 teilnehmenden KundInnen erklärte die Mehrzahl, dass die Partnerorganisationen von Oikocredit einen positiven Einfluss auf ihr Wohlbefinden hatten; darüber hinaus verdeutlichte die Befragung die Bedeutung von Ersparnissen zur Deckung von Grundbedürfnissen. Nahezu die Hälfte der Befragten berichtete, dass extreme Wetterlagen sich auf ihr Einkommen auswirkten.

Beratungs- und Schulungsprojekte für Partnerorganisationen ist auch weiterhin ein wichtiger Teil der Tätigkeit. Oikocredit hat 2022 0,6 Millionen Euro in 30 Initiativen für Beratungen und Schulungen investiert, um 54  bestehende und zukünftige Partnerorganisationen zu unterstützen (2021: 0,4 Millionen Euro, 21 Initiativen, 50 bestehende/zukünftige Partnerorganisationen). SpenderInnen trugen 0,5 Millionen Euro zu den kapazitätsaufbauenden Fonds bei, die hauptsächlich für Landwirtschaft, finanzielle Inklusion, Aktivitäten in Afrika und multiregionale Initiativen verwendet wurden.

Zu diesen Projekten zählten insbesondere die Erweiterung von Schulungen zum Preisrisikomanagement für Kaffeeanbauern und -bäuerinnen von Lateinamerika bis Afrika (Ruanda), Verbesserungen an der Methodik der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette mit einer Partnerorganisation für finanzielle Inklusion in Kenia sowie Unterstützung von landwirtschaftlichen Genossenschaften in Kenia und Uganda bei der Kreditverwaltung.

Kapitalbeschaffung

Da AnlegerInnen angesichts der globalen Entwicklungen vorsichtig agierten und Gesetzesänderungen den Kapitalzufluss in Deutschland beeinflussten, sank das gesamte Mitglieder- und AnlegerInnenkapital leicht auf 1.110,7 Millionen Euro (2021: 1.129,0 Millionen Euro). Dennoch blieb die Mehrzahl der Mitglieder und AnlegerInnen loyal zu Oikocredit und dem Auftrag. Mitglieder und AnlegerInnen erhielten auch weiterhin (ungeprüfte) vierteljährliche Updates zu den Finanzergebnissen und Daten zur sozialen Wirkung sowie organisatorischen Angelegenheiten der Genossenschaft. 

Die Entwicklung eines neuen Anlagemodells zur Sicherung des Auftrags, Verbesserung der Transparenz und Sicherstellung, dass alle berechtigten Organisationen und Privatpersonen direkt investieren können, war angesichts sich verändernder Finanzmarktvorschriften ein großes Unterfangen. Das neue Anlagemodell ermöglicht es AnlegerInnen in allen unseren Ländern mit Kapitalzufluss das gleiche Anlageprodukt zu erwerben und zu halten, und zwar ein nicht stimmberechtigtes Eigenkapitalinstrument (sogenannte Beteiligungen). Investitionen in die Genossenschaft werden einfacher und direkter, und Oikocredit kann effizienter arbeiten. Die Vorbereitungen zur Einführung des neuen Anlagemodells in Deutschland und anschließend in weiteren Ländern liefen Ende 2022 auf Hochtouren.

Blick in die Zukunft

2022 hat Oikocredit wichtige Unternehmensbereiche wie Strategie, Governance, Unternehmensführung und Personal erneuert und gestärkt. Die Umsetzung der neuen Strategie, das neue Anlagemodell und weitere Veränderungen werden sorgfältig beobachtet, um das Kapital abzusichern, bestehende AnlegerInnen zu halten, neue AnlegerInnen zu gewinnen und ein hochwertiges Portfolios mit sozialer Wirkung aufzubauen. Ziel ist es, den Beitrag zur globalen Bekämpfung von Armut, Ungleichheit, Klimawandel und Verlust von Biodiversität zu erhöhen, um die Widerstandsfähigkeit von Gemeinschaften zu verbessern und allen Menschen ein Leben in Würde zu ermöglichen.

Mirjam ‘t Lam, Geschäftsführerin von Oikocredit, erklärte: „Im Jahr 2022 hat Oikocredit mehrjährige Planungen abgeschlossen, die eine robustere und widerstandsfähigere kollektive Antwort auf globale Herausforderungen ermöglichen. Ich bin überzeugt, dass unsere Genossenschaft weiterhin eine Vorreiterrolle bei der verantwortungsvollen Geldanlage einnehmen und dazu beitragen wird, den Wandel voranzubringen, den die Welt so dringend braucht.“

Lesen Sie den vollständigen Jahresbericht 2022 hier.

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