Wählen Sie Ihre Region

Fenster schließen
Suisse Romande Deutsche Schweiz

Warum gibt es Förderkreise?

Privatpersonen werden nicht direkt Mitglieder der internationalen Genossenschaft Oikocredit. Sie treten stattdessen einem der beiden Schweizer Förderkreise bei, über den sie bei Oikocredit Geld anlegen. Das gilt auch für Institutionen, die bei Oikocredit investieren.

Die Förderkreise sind für die treuhänderische Verwaltung der Gelder und die Mitgliederbetreuung zuständig. Sie sind Teil der internationalen Genossenschaft Oikocredit und üben dort ihr Stimmrecht aus.
In der Schweiz gibt es zwei Förderkreise: Oikocredit deutsche Schweiz und Oikocredit Suisse Romande. InvestorInnen wählen ihren Förderkreis gemäss Ihres Wohnsitzes und/oder ihrer sprachlichen Präferenzen. Italienischsprachige SchweizerInnen werden in beiden Förderkreisen gerne aufgenommen.

Deutsche Schweiz
Suche

Oikocredit berichtet stabile Leistung in 2021

Oikocredit berichtet stabile Leistung in 2021

Financial results 202121. April 2022

Das heute von Oikocredit International veröffentlichte Jahresergebnis für 2021 ist neben Stabilität auch durch Profitabilität gekennzeichnet.

Nach den pandemiebedingten Einbrüchen ist es der Genossenschaft gelungen, ihr Entwicklungsfinanzierungsportfolio wieder aufzubauen und neu auszurichten. Stabilität und Profitabilität kennzeichnen das Gesamtergebnis.

Wesentliche Zahlen

  • Konsolidiertes Nettoergebnis: 15,3 Millionen Euro (2020: Verlust von 22,2 Millionen Euro)
  • Bilanzsumme: 1.258,1 Millionen Euro (2020: 1.241,7 Millionen Euro)
  • Insgesamt verfügbare Investitionsmittel: 1.129,0 Millionen Euro (2020: 1.104,1 Millionen Euro)
  • Nettoliquidität in % der Bilanzsumme: 21,5 Prozent (2020: 33,1 Prozent)
  • Nettoinventarwert (NAV) eines Anteils: 213,58 Euro (2020: 210,50 Euro)
  • Entwicklungsfinanzierungsportfolio: 995,9 Millionen Euro (2020: 845,1 Millionen Euro)
  • 517 Partner in 55 Ländern (2020: 563 Partner in 63 Ländern)
  • Fünf Partner nahmen zum 31.12. eine Zahlungspause in Anspruch (2020: 69)
  • 50 bestehende und potentielle Partnerorganisationen profitieren von Beratungs- und Schulungsprogrammen in Höhe von 0,4 Millionen Euro (2020: 71 Partner; 0,7 Millionen Euro)
  • Weltweit 58.900 Privatanleger*innen und institutionelle Investoren (2020: 58.400)
  • Dividendenvorschlag: 0,5 Prozent (2020: 0 Prozent)

Wiederaufbau, Ausgleich und Vorbereitung für die Zukunft

2021, im zweiten Jahr der Corona-Pandemie, gelang es Oikocredit die Stabilität des bei der Genossenschaft angelegten Kapitals zu wahren und ihr Entwicklungsfinanzierungsportfolio wieder aufzubauen. Dies lag vor allem daran, dass die Partnerorganisationen in den Schwerpunktländern der Genossenschaft allgemein Zuwächse verzeichneten. Die Genossenschaft erreichte ihre Ziele im Hinblick auf Finanzergebnis, Risikomanagement, soziale Wirkung und der Weichenstellung für die Zukunft.

Das positive Ergebnis von 15,3 Millionen Euro markierte eine klare Trendwende gegenüber dem 2020 verzeichneten pandemiebedingten Nettoverlust von 22,2 Millionen Euro und entsprach den Erwartungen. Dieses Ergebnis ist insbesondere der Treue der Mitglieder und Anleger*innen, dem Einsatz der Mitarbeiter*innen sowie der Resilienz der Partner zu verdanken. Die Bilanzsumme stieg von 1.241,7 Millionen Euro im Vorjahr auf 1.258,1 Millionen Euro.

Sowohl im Aufsichtsrat als auch im Vorstand gab es personelle Veränderungen. Gleichzeitig schaffte Oikocredit eine solide Basis für geplante strategische und organisatorische Veränderungen. Die Zunahme der weltweiten Armut in jüngster Zeit verdeutlicht, wie wichtig Impact Investing auch weiterhin ist, um Produkte und Dienstleistungen zu fördern, die wirtschaftlich benachteiligten Menschen zu einem Leben in Würde verhelfen.

Entwicklungsfinanzierung

Das aus Darlehen und Kapitalbeteiligungen bestehende Portfolio von Oikocredit legte von 845,1 Millionen Euro um 17,8 Prozent auf 995,9 Millionen Euro zu. Dieser Zuwachs war vor allem auf die steigende Kreditvergabe an bestehende und neue Partner zurückzuführen. Der größte Schwerpunktbereich von Oikocredit, das inklusive Finanzwesen, nahm um 18,7 Prozent auf 761,4 Millionen Euro zu (2020: 641,3 Millionen Euro). Das Landwirtschaftsportfolio verzeichnete einen Zuwachs um 22,8 Prozent auf 182,6 Millionen Euro (2020: 148,7 Millionen Euro), während der Bereich erneuerbare Energien einen leichten Rückgang um 4,3 Prozent auf 43,7 Millionen Euro verbuchte (2020: 45,7 Millionen Euro).

Mit 38,0 Prozent wuchs das Afrika-Portfolio am schnellsten, entsprechend der Zielsetzung der Genossenschaft, ihr Engagement dort auszuweiten. In Asien sowie Lateinamerika & Karibik legte das Portfolio um 33,3 bzw. 7,5 Prozent zu. Das Kreditgeschäft nahm im Berichtsjahr insgesamt um 21,7 Prozent zu. Die Kapitalbeteiligungen gingen hingegen geringfügig um 0,3 Prozent zurück.

Die Qualität des Portfolios blieb stabil. Der Anteil ausfallgefährdeter Projekte, also der Anteil des Portfolios, für den die Rückzahlungen mehr als 90 Tage überfällig sind, lag bei Jahresende bei 5,5 Prozent (2020: 5,8 Prozent). Nur zwei Partnerorganisationen beantragten im Berichtsjahr eine Zahlungspause (2020: 136). Dabei handelt es sich um eine vorübergehende Maßnahme, die im Zuge der Pandemie 2020 eingeführt wurde. Zum Bilanzstichtag nahmen noch insgesamt fünf Partner Zahlungspausen in Anspruch (2020: 69) und 90 Prozent der Projektfinanzierungen wurden fristgerecht zurückgezahlt.

Soziale Wirkung und Beratungs- und Schulungsprogramme

Ihre erste digitale Umfrage zur Eigenwahrnehmung von Kund*innen markierte einen wichtigen Schritt im sozialen Wirkungsmanagement der Genossenschaft. So erhielt Oikocredit Feedback von über 2.500 Kund*innen aktueller und früherer Partner in Kenia, Peru, den Philippinen und Uganda zu Veränderungen, die sich auf ihre Einkünfte, Ersparnisse, geschäftliche Entwicklung und das Wohlergehen ihrer Familien auswirken.

Durch die Bereitstellung bedarfsorientierter Beratungen und Schulungen unterstützt Oikocredit ihre Partnerorganisationen bei der Stärkung ihrer Resilienz sowie bei der Förderung positiven Wandels in den Lebensverhältnissen derer Kundinnen und Kunden. 2021 beliefen sich die Ausgaben für Beratungen und Schulungen auf 0,4 Millionen Euro (2020: 0,7 Millionen Euro). Oikocredit unterstützte damit 50 aktuelle und potentielle Partnerorganisationen. Veranstaltet wurden u.a. Schulungsprogramme zur Steuerung von Preisrisiken für lateinamerikanische Kaffeegenossenschaften; Schulungen zur Stärkung der organisatorischen und finanziellen Kompetenz von Genossenschaften kleinbäuerlicher Betriebe in Kambodscha; sowie ein Projekt in Ghana zur Förderung von Unternehmerinnen. Ermöglicht werden diese Initiativen, die häufig gemeinsam mit anderen Organisationen umgesetzt werden, durch die großzügigen Spenden von Geldgebern.

Das Innovation in Response to Covid-19-Programm, welches 2020 mit ungenutzten Mitteln aus dem Coronavirus-Solidaritätsfonds aufgebaut wurde, setzte seine Hilfe für aktuelle und frühere Partner bei der Bewältigung pandemiebedingter Herausforderungen fort.

Kapitalzuflüsse

Vor dem Hintergrund einer sich zunehmend erholenden Weltwirtschaft verzeichnete die Genossenschaft eine Zunahme von Mitglieder- und Anleger*innenkapital über die Förderkreise sowie die Oikocredit International Share Foundation. Das angelegte Kapital stieg um 2,3 Prozent auf 1.129,0 Millionen Euro (2020: 1.104,1 Millionen Euro). Mitglieder und Anleger*innen wurden durch vierteljährliche Berichte zum (ungeprüften) Finanzergebnis von Oikocredit und den Auswirkungen der Pandemie auf dem Laufenden gehalten.

Nach zwei Jahren, in denen keine Dividende gezahlt wurde, wird der Oikocredit-Vorstand mit Billigung des Aufsichtsrats den Direktmitgliedern der Genossenschaft bei der im Juni 2022 stattfindenden Generalversammlung die Ausschüttung einer Dividende von 0,5 Prozent für 2021 vorschlagen. Dies gilt jedoch nur unter dem Vorbehalt, dass bis dahin keine wesentlichen Ereignisse eintreten, die die Finanzlage negativ beeinflussen.

Blick in die Zukunft

Neben den 2021 erreichten finanziellen und sozialen Zielen hat Oikocredit auch die Weichen für zwei grundsätzliche strategische Veränderungen gestellt. Dabei handelt es sich zum einen um die neue Organisationsstrategie für 2022-2026, die gemeinsam mit den Direktmitgliedern der Genossenschaft und anderen Interessengruppen entwickelt wurde. Es geht dabei u. a. um die Schaffung einer globalen Bewegung von Anleger*innen und einen ganzheitlichen Investitionsansatz, um wirtschaftlich benachteiligte Gemeinschaften in ihrer Resilienz zu stärken. Einige dieser gemeinschaftsorientierten Projekte werden bereits ausgerollt, die umfassende Umsetzung soll im weiteren Jahresverlauf folgen. Die zweite strategische Veränderung – die ebenfalls auf einem breit angelegten Konsultationsprozess beruht – besteht im Übergang zu einem neuen Geldanlagemodell, das Oikocredit ihren Direktmitgliedern bei der nächsten Generalversammlung vorschlagen wird.

Mirjam ‘t Lam, die 2021 die Nachfolge von Thos Gieskes als Geschäftsführerin angetreten hat, erklärt: „Dies war ein wichtiges Jahr für Oikocredit und alle, die mit und für uns arbeiten. Wir werden auch weiterhin flexibel auf neue Chancen und Herausforderungen reagieren und die soziale Wirkung für die Menschen, um die es geht, maximieren.“

„Mit unserem neuen strategischen Fokus auf den Aufbau und die Förderung von Resilienz in lokalen Gemeinschaften wollen wir unsere Innovationskraft in der Entwicklungsfinanzierung untermauern. Außerdem wollen wir das Gemeinschaftsgefühl bei unseren Mitgliedern und Anleger*innen sowie Oikocredit als Bewegung stärken, um unsere Organisation zukunftssicher zu gestalten.“

Linked documents
TitelFilesizeMIME-type
Annual Report 20214,6 MBapplication/pdfdownload
Fakten und Zahlen 2021 - Q41,2 MBapplication/pdfdownload

« Zurück